GTV Trommelkameradschaft in Elm

Die Jungmannschaft des Glarner Tambourenvereins Näfels belagerte beim alljährlichen Jungtambourenweekend wieder für ein ganzes Wochenende Elm. Obwohl das diesjährige Wettspiel bereits im Juni über die Bühne gegangen ist wurde tüchtig geprobt.

Zusammenhalt durch gemeinsames Trommeln

Die 13 Leiter konnten am Freitagabend 29 Nachwuchstambouren im Gemeindehaus Elm in Empfang nehmen. An keinem anderen Vereinsanlass ist der Verein für ein ganzes Wochenende so zahlreich auf solch kleinem Raum versammelt. Der Trommelschüler, der noch kein Jahr trommelt und das Ehrenmitglied, das seit Jahren den Verein prägt, sitzen nebeneinander am selben Tisch und tauschen sich über ihren Trommelalltag aus. Trotz einer Generation Unterschied versteht man sich prächtig. Neben den Proben wurde Tischtennis gespielt, viel gelacht und gescherzt und versucht allerlei Unfug zu treiben. Der Lagerchef Ramon Hösli hatte die Schar jedoch immer souverän im Griff. Der Postenlauf vom Samstagabend verlangte den Trommelschülern alle Geschicke eines Tambours ab: Konzentriert und präzise agieren, bei Ablenkung konzentriert bleiben, vollen Einsatz geben und gemeinsam koordiniert das Ziel als Team erreichen.

Jede Gruppe lernt etwas Neues

Trommeltechnisch lag der Fokus des Lagers ganz klar auf der Erlernung von neuen Trommelstils. Wobei die Jüngsten sich am ersten Strassenmarsch versuchten, lernten die höheren Gruppen mit «Sharky» bereits ihre erste Komposition und damit eine Art Kür des Trommelspiels. Die Elitetambouren des SJ1 und SJ2 erhielten jeweils einen Baslermarsch vorgelegt. Diese sind gespickt mit technisch schwierigen Basler Zierstreichen, die eine ausgereifte Kontrolle über die Trommelschlegel voraussetzen.

Das alle drei Tage tüchtig geprobt wurde, stellten die Jungtambouren am Abschlusskonzert eindrücklich unter Beweis. Es zeigte sich, dass alle Gruppen es geschafft haben einen neuen Trommelstil zu meistern und damit einen weiteren Meilenstein ihrer noch jungen Trommelkarriere zu erreichen.

Anfängerkurs 2018 startet im Januar

Der GTV bildet jedes Jahr neue Trommelkünstler aus. Am Anfängerkurs vom 12. Januar 2018 wird der neue Tambourenkurs im Probelokal Burgmaschine Näfels starten und im nächsten Sommer wird es für diese Neutambouren bereits zum ersten Mal nach Elm ans Probeweekend gehen. Melden kann man sich bei Stefan Hösli unter 079 300 93 50.

GTV Jungtambouren werden in Zürich Weltmeister

Die Jungtambourenformation des GTV Näfels holt sich am Weltjugendmusik Festival in Zürich den Weltmeistertitel in der Kategorie «Perkussion / Einstimmige Trommelkompositionen». Der Leiter der nach Jugendmusikregeln auf U26 erweiterten Gruppe, André Hauser, stellte sich dem folgenden Zeitungsinterview nach diesem tollen Erfolg.

 

 

1. Warum hat der GTV Näfels am Weltjugendmusik Festival mitgemacht?

Ich habe beim Jungtambourenwettspiel im letzten Jahr einen Flyer erhalten, wobei die Idee an einem internationalen Wettspiel teilzunehmen spannend klang. Zudem ist der Verantwortliche der Perkussionswettspiele des Weltjugendmusik Festivals, welcher den GTV persönlich angefragt hatte, ein Bekannter von mir. An einer Probe fragte ich nach dem Interesse bei unseren Tambouren – knapp ein Dutzend Tambouren meldeten Interesse, worauf ich die Einladung gerne bestätigte.

2. War das die erste Teilnahme am Weltjugendmusik Festival?

Es war unsere erste Teilnahme. Aus diesem Grund konnten wir keine Vergleichswerte aus früheren Wettspielen mitnehmen und wussten nicht, wie wir uns gegenüber der Konkurrenz schlagen werden. Wir wollten musikalisch unsere Bestform zeigen. Natürlich waren wir gespannt, zu was dies reichen könnte.

3. Wie lange haben Sie sich darauf vorbereitet?

Seit April bereiteten wir uns wöchentlich mit 2 Proben vor. Diese Proben waren jedoch ausschliesslich für das Ostschweizerische Tambourenwettspiel in Wädenswil vorgesehen, welches 2 Wochen vor dem Weltjugendmusik Festival stattfand. Dort trommelten auch die etwas älteren Tambouren mit und das Wettspiel wurde für den GTV ein voller Erfolg. Eine Komposition aus dem Wettspielprogramm von Wädenswil zeigten wir (dieselbe Formation wie in Wädenswil, jedoch um einige reduziert, da es am WJMF eine Alterslimite gibt)  anschliessend am Weltjugendmusikfestival in Zürich. Spezifische Proben fürs Weltjugendmusik Festival wurden nur noch wenige gemacht. In Wädenswil war unser Trommelniveau bereits auf einem sehr hohen Level, was die Top-Platzierung in der Spitzenkategorie der Sektionen zeigte.

4. Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Zürich gereist?

Natürlich wollten wir etwas Grosses erreichen. Wir hatten aber keine Erfahrung oder Referenzen, wie wir dort abschneiden werden. Auch die Bewertung-Skala der Juroren war anders ausgelegt, als wir uns das gewöhnt sind. Untypischerweise für uns wurde gleich nach unserem Vortrag die Bewertung bekanntgegeben

5.Wie viele Auftritte hatten Sie?

Wir waren bei den Wettspielen in der Kategorie «Perkussion / Einstimmige Trommelkompositionen» eingeteilt und führten eine Höchstklasskomposition, welche unter anderen der Komponist als Juror sogleich selbst mitbewerten konnte.

6. Wie war die Stimmung am Festival selbst?

Da die Wettspiel- und Konzertplätze in der ganzen Stadt Zürich verteilt waren, war bei der Ankunft die Stimmung als solches nicht auszumachen. Aber als wir zur Eishalle

in Oerlikon fuhren, wo alle teilnehmenden Vereine verpflegt wurden, war die Stimmung klar spürbar. Diese gute Stimmung nahmen wir am Samstagnachmittag mit an unseren Wettspielplatz.

7. Wie war die Stimmung innerhalb der Jungtambourengruppe?

Die Stimmung war vor dem Wettspiel gut – aber dennoch konzentriert und fokussiert. Wir wollten eine möglichst perfekte Komposition vortragen. Beim Einspielen direkt vor dem Wettspiel liefen uns die meisten schwierigen Passagen in der Komposition sehr gut. Wir wollten diese Leistung anschliessend direkt auf der Bühne umsetzen. Schön war, dass einige Fans nach Zürich gereist sind und uns mit Ihrer Präsenz unterstützt haben.

8. Wie verlief die hier die Teilnahme?

Wir trommelten ausgezeichnet. Die Komposition war bestimmt und überzeugend vorgetragen.          2 kurze Stellen am 5 Minütigen Stück waren nicht ganz perfekt getroffen. Ansonsten

war der Vortrag musikalisch im Rhythmus, dynamisch ausgereift und im Zusammenspiel brilliant. Der Gesamteindruck stimmte ebenfalls, weshalb wir eine sehr hohe Note  von 94,67 Punkten erhielten. Das Prädikat „ausgezeichnet“ erhielten nur wenige Vorträge. Schon direkt nach dem Wettspiel durfte ich einige Gratulationen für die Darbietung entgegen nehmen, was mich natürlich sehr freute.

9. Haben Sie das erwartet?

Erwartet haben wir es nicht. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wir sind der Auffassung, dass wir an jedem Wettkampf unser Bestes geben, das ganze Potenzial ausschöpfen und mit das Ziel möglichst der Konkurrenz die Stirn zu bieten vor den Augen halten. In erster Linie trommeln wir aber unsere Komposition,  welche wir perfekt vortragen wollen. Die Rangierung können wir nicht beeinflussen – wie gut wir trommeln jedoch schon.

10. Was bedeutet dem Tambourenverein Näfels dieser Sieg?

An der Rangverkündigung war es schon ein tolles Gefühl, als der Moderator ausrief: «world champion, der Glarner Tambourenverein Näfels». Als und ich den Siegespokal  entgegennehmen durfte, wusste ich das dies ein weiterer grosser Meilenstein und ein grosser Höhepunkt für unseren Verein ist.

11. Welche Erinnerungen und Erfahrungen nehmen Sie vom Festival mit?

Es war ein tolles Festival mit starken Konkurrenten. Ich nehme ein tolles Gefühl als Sieger (Weltmeister) nach Hause zu fahren mit. Die Tambouren zeigten grosse Freude am Titel. Im Herbst starten wir mit dem Einstudieren des Programms für das Eidgenössische Tambouren und Pfeiferfest in Bulle 2018. Dort starten wir bei den Aktiven in der Höchstkategorie und würden sehr gerne an den Erfolgen anknüpfen. Frei nach dem Motto «nach dem Fest ist vor dem Fest».

12. Wann starten Sie das nächste Mal am Weltjugendmusik Festival?

Da das Festival keinen regelmässigen Tournus hat, ist es momentan noch nicht sicher, wann das nächste Mal eine Austragung stattfinden wird. Wenn es terminlich passt und die Tambouren motiviert sind, würde einer Teilnahme nichts im Wege stehen.